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Vorweg : Wenn Sie an Ihrem Instrumentalspiel nichts auszusetzen haben, sind die folgenden Zeilen für Sie überflüssig . Sollten Haltungsfehler oder ein Klasse 2 / 2 - Überbiss vorliegen - lesen Sie einfach weiter. Ich selbst hatte - und habe teilweise auch noch - einschlägige Probleme. Also aus der Erfahrung berichtet. Trompete - Horn - Posaune - Tuba : Haltung anpassen für besseren Ton ?! Unsere Blasinstrumente tragen die Gebrauchsanweisung im Namen : Alles nur Luft - und keine übermäßige Presskraft, weder aus dem linken Arm, auch nicht aus dem Bauch oder sonstwo her und schon gar nicht aus der armseligen Lippe. Sind Sie mit dem Sound unzufrieden, probieren Sie doch einmal folgendes : Je weiter die alte Haltung von der idealen abweicht, umso mehr Muskelkater dürften Sie in den ersten Tagen erwarten. Anfangs daher nicht übertreiben. Wenn Sie eher das Mundstück verdächtigen, bitte weiterlesen. Bleibt zu bemerken, dass bei der o.a. Positionierung der Unterkiefer automatisch nach vorne unten geführt wird, ein Umstand, der besonders bei Angle - Klasse 2 / 2 (siehe : 'Grundlagen' und 'Haltung' ) u.a. dem Line - Up der Frontzähne auf die Sprünge hilft. Nebenbemerkung für Trompeter : Haben Sie bei dieser Haltung das Gefühl, die Arme seien zu kurz, um entspannt das Intrument zu bedienen ? Wie wäre es mal mit Kornett ? Trompete - Horn - Posaune - Tuba : Ansatz, Mundstück oder nur mehr Luft für besseren Ton ?! Den technischen Hintergrund liefert z.B. diese Arbeit der FH Stralsund : HIER oder HIER klicken, wenn Sie nachlesen möchten. Dort heisst es : "...Veränderung der Strömungsverhältnisse beim Durchströmen einer Drosselstelle. Der Volumenstrom in einer Rohrleitung ist ...von der Strömungsgeschwindigkeit und vom Rohrquerschnitt abhängig. Bei Einbau eines Wirkdruckgebers ( Verengung, Venturi - Rohr, Anm. d. Red.) erhöht sich an der Einschnürungsstelle die Strömungsgeschwindigkeit auf Kosten der Druckenergie (Bernoulli-Gleichung). "An dieser Stelle entsteht eine Druckdifferenz, die als Wirkdruck bezeichnet wird. Hinter dem Wirkdruckgeber ( Verengung ) wird die erhöhte Strömungsenergie nur zum Teil wieder in Druckenergie umgesetzt, während der übrige Teil als bleibender Druckverlust auftritt." Für die Musiker mit Trompete, Horn oder Posaune resp. Tuba bedeutet das : Wird die Geschwindigkeit des Luftstoms zur Trompete ( Horn, Posaune usw. ) durch Einengung in anatomischen Strukturen ( Hals, Stimmbänder, Zunge(!), schlechte Haltung, zu enge Lippenöffnung ) zu stark erhöht, liegen die Arbeitsbedingungen des Instrumentes ausserhalb ihres optimalen Bereiches! Folgende schlechte Kombinationen sind untaugliche Kompensationsmechanismen. Bitte beachten, dass es sich um relative und nicht um absolute Werte für "klein" und "gross" handelt, dies ist eine eher physikalische Betrachtungsweise. Folgen zu hoher Strömungsgeschwindigkeit: Kontrolle leidet. Zu scharfer Ton, Intonation, Flexibilität, Ansprache leiden . Bei schlechter Haltung bleibt der Ton auch bei grossem Mundstück unbefriedigend scharf, lediglich das Volumen nimmt zu.Ein zu grosses Mundstück bei guter Haltung nimmt wegen der geringen Luftgeschwindigkeit die Brillianz, aber bevorzugt im unteren Register kann man bei dieser Kombination das Instrument leicht "überblasen", zuviel Volumen. Sicherlich gibt es Menschen, die auf absolut kleinen Mundstücken einen runden, perfekten Sound zustande bringen, das heisst aber nur: Es ist für diese Bläser - relativ betrachtet - nicht zu klein, sondern gerade richtig !Weiterhin bestätigen diese Überlegungen, dass die schärferen hohen Töne ( "Lead - Trompete" ) mehr Luftgeschwindigkeit benötigen und daher gerne mit kleinerem Mundstück gespielt werden. Im Umkehrschluss lebt Chris Bottis runder Sound offenbar mehr vom hohen Luftdruck als von der Luftgeschwindigkeit. Er spielt auf seinem Bach 3MV mit 13er Bohrung auch sehr hoch, nur klingen die Töne nicht scharf. Zur Haltung / Anatomie können Sie dieses prüfen :1. Starten Sie mit einem Überblick. Stellen Sie sich vor den Spiegel. Prüfen Sie Ihre Haltung. Prüfen Sie den Zusammenbiss der Zähne. Erinnern Sie sich an die korrekten Beispiele: ANGLE - KLASSE 1 ? Gerade Haltung ? Abweichungen ? 2. Prüfen Sie das Ganze nochmals, diemal mit Ihrem Instrument. 3. Prüfen Sie die Tonqulität. Voller Ton bei allen Lautstärken und Registern? 4. Staccato ? 5. Bindungen ? Je nachdem, was Ihre Untersuchungen ergeben haben, fragen Sie nach professioneller Hilfe. Fragen Sie Ihren Instrumentallehrer. Nicht jedes Spielproblem hat seine Ursache in physiologischen Störungen, sondern erfordert....Übung. Wenn Sie glauben, dass ein Zahnproblem vorliegt, suchen Sie einen Zahnarzt auf, der um die speziellen Belange der Bläser weiß. Wenn Sie Zahnstellungsfehler entdecken, gehen Sie zu einem guten Kieferorthopäden. Eine ANGLE- KLASSE 2 läßt sich eventuell nicht ohne Haltungskorrektur behandeln. Besonders in diesem Fall gilt : Keine Kieferorthopädie ohne allgemeine Orthopädie. Gehen Sie sicher, dass beide Spezialisten zusammenarbeiten und nicht etwa unabhängig voneinander. Oder gar gegeneinander. Wenn Sie Haltungsfehler entdecken, fragen Sie einen Orthopäden oder auch einen Krankengymnasten. Versuchen Sie nicht, sich selbst und ohne kompetente Hilfe zu behandeln. Auch zahllose Stunden im Fitness-Studio beseitigen ihre Probleme nicht. Die Körperhaltung wird durch neurophysiologische Prozesse gesteuert. Es erfordert einen erheblichen Aufwand und sehr viel Engagement und einen starken Willen, will man positive Veränderungen herbeiführen, eine harte Sache. Aber mit der Zeit werden Sie feststellen, dass nicht nur Ihr Instrumentalspiel gewinnt, sondern ebenso Ihr Wohlbefinden, Ihr Aussehen und nicht zuletzt Ihr Selbstbewußtsein. |